Transmediale: Content Generating Users

Dieses Weekend einen Blick auf/in/über die TRANSMEDIALE.07 geworfen. Letztlich nimmt man ja immer irgendwelche neuen Anregungen mit. Dieses Mal fühlte ich mich v.a. durch die Salon-Diskussion zu Content Generating Users in der Kunst-/Kulturszene inspiriert.

Vertreten waren je 2 Vertreter/innen von

  • blogspiel.de: Ein “erster” ernsthafter Versuch, interaktives Radio zumindest temporär zuzulassen (im Deutschlandradio Kultur). Blogger-/Podcaster/innen können für die samstägliche Nachmittagssendung eigene Beiträge im Vorfeld posten und per Abstimmung ins Radio hieven. Für die nächste Ausgabe am 10.02.07 steht ein Beitrag zur Auswahl, der mir persönlich sehr, sehr gut gefällt: Radio Brecht – also mitvoten ;-)
  • sendung.net: Als “Platform for Experimental Video and Live Visuals” stellt das Angebot allen KünstlerInnen, DesignerInnen, KuratorInnen und UnterstützerInnen eine themenfokussierte Online-Community und -Galerie zur Verfügung.
  • kunst-blog.com: Ein redaktioneller Blog, der sich selbst als offene Plattform für Kunstkritik begreift. Was mir daran gefällt: hier unternimmt eine Web 2.0-Unternehmung den Versuch, qualifizierte Orientierung im aktuellen Kunstbetrieb zu bieten – und Ausstellungsempfehlungen für Berlin zu geben – besten Dank dafür :-)

Den Diskussionsverlauf hier wiederzugeben, sprengt leider mein Zeitbudget. Interessant an dieser Konstellation war für mich die Verdeutlichung des Kreislaufs möglicher aktiver Teilhabe von Kreativen am Kunstproduktions- wie -rezeptionsprozeß:

  1. Von der Graswurzelteilhabe v.a. in spezialisierten Communities kann eine erste, thematisch sehr interessierte Öffentlichkeit erreicht werden.
  2. In kontrollierten Blogs, die als quasi-redaktionelle Alternative zu etablierten Medien diverse subkulturelle Strömungen verfolgen und kritisch subsumieren, geht ein Implus für eine thematisch breitere Öffentlichkeit aus.
  3. Schließlich landen diese Entwicklungen im etablierten öffentlich-rechtlichen Raum, in denen eine kanalisierte Teilhabe punktuell zugelassen und stellvertretende Öffentlichkeit für einzelne Projekte ermöglicht wird.

Inwiefern diese Dreischrittfolge auch im eLearning-Kontext erfolgversprechend ist, sei bezweifelt. Denn bislang sehe ich wenig Durchlässigkeit der aktiven Diskurse in die etablierten Bildungssysteme. Zwar greift man gerne die Begrifflichkeiten auf – nicht aber den Prozess, den diese Wörter umschreiben.

Vielleicht mag es trösten, dass auch im Kunstbetrieb die alteingesessenen Strukturen ihrem arroganten Widerstand gegenüber diesen Basisprozessen wohl alltäglich Ausdruck verleihen. Aber angesichts der immensen Nachfrage nach deutscher Nachwuchskunst ist man im Kunstzirkus wohl eher auf die Prozesse der Subkultur angewiesen …

Insofern hoffe ich auf die Etablierung aussagekräftiger Bildungskunst, die den Diskurs ankurbeln helfen kann – und einen schnelleren Weg zum Establishment uns bahnt.

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