Online Round Table zum Thema E-Learning 2.0
Vorgestern abend, also am 18. April 2007, absolvierten wir unseren ersten Online Round Table, der dankenswerterweise von Thomas Bernhard und Marcel Kirchner organisiert wurde.

(Grafik von Helge Städtler)
Eine Zusammenfassung dieser 1. Session haben die beiden Organisatoren mitsamt aller Audio- und Chatmitschnitte online gestellt (sehr gute Idee, den Skype-Chat aufzuzeichnen!!). Besten Dank ![]()
Alles in allem hat die Veranstaltung wirklich sehr viel Spass gemacht und sie verdeutlichte mir, aus welch unterschiedlichen Perspektiven wir doch auf das Thema blicken. Die Fragen, die mich seitdem noch stärker als eh schon beschäftigen, lauten:
- Was bedeutet “Lernen” oder “Learning” im Jahre 2007? Können wir mit dieser Begrifflichkeit wirklich all unsere Ansprüche an Aufbau und Weiterentwicklung von selbstbestimmten, elaborierten Wissensstrukturen und Informationskanälen abdecken?
- Wie können wir formales und informales “Lernen” –oder sollen wir es lieber “Wissensarbeiten” oder “Bildungsprozesse” nennen– miteinander in Einklang bringen?
- Benötigen wir explizites Lehrpersonal, die Lernenden einen formalen Weg in die informale Welt weisen?
- Welchen Einfluss können Hochschulen in diesem erforderlichen Transformationsprozeß spielen? Oder sind sie nicht viel zu sehr verkrustet, um hier Impulse in Richtung lebensnaher Bildung zu geben? (siehe unten den Kommentar von Martin Lindner)
- Sprachen wir vom selben Thema? Oder sind die je subjektiven Definitionen von “Web 2.0″ nicht so unterschiedlich, dass ein gemeinsamer Diskurs schwierig ist? Web 2.0 als Social Software ist aus meiner Sicht eben weit mehr als nur ein Instrumentarium für die formale Lehre. Es ist vielmehr gelebte (!) User Experience, das kennzeichnet Martin Linder sehr schön mit seiner Begrifflichkeit der Immersion statt Kompetenz.
Ja, das sind so meine derzeitigen Fragen.
Meine Folien hatte ich ja in Slideshare hochgeladen. Ich stelle sie hier unkommentiert zur Verfügung:
Den Podcast kann man sich bei Helge Städtler herunterladen (mp3, 120 MB).
Popularity: 18% [?]
Tags: event | learning20 | videocast

ich notiere mal meine fragen hier:
(1) die erfahrungen klingen sehr vertraut, sowohl was desinteresse der lehrenden als auch mangelnde digitale kulturtechniken der studierenden angeht. frage: warum also überhaupt die anstrengung?
(2) web 2.0 ist eine User Experience, kein “tool”. kann also das simulieren einer offenen umgebung in proprietären walled garden-umgebungen überhaupt funktionieren?
(3) ist es nicht überhaupt viel sinnvoller, die existenten “wilden” apps zu kleinen “lernumgebungen” zusammenzufügen: also delicious, flickr, TiddlySpot, twitter vielleicht auch, oder die ganzen Google apps … (wobei mir noch die ideale architektur für sowas fehlt).
@Martin: Mir haben Deine Beiträge in der Diskussion schon auch einmal mehr klar gemacht, aus wie unterschiedlichen Perspektiven wir diskutiert haben.
Während ich gerne zugebe, eine relativ pragmatische Perspektive vertreten zu haben (Motto: Was können die neuen Tools für meine Arbeit leisten?) existieren viele, viele Perspektiven, die eben genau diese eher holistische “User Experience” der Vernetzung in privater und öffentlicher Hinsicht ansprechen.
Dabei ist mir selbst ja auch klar, das Web 2.0 sich ganz sicher über die Vielzahl und Vielfalt der Vernetzungsprozesse definiert, die durch die Infrastruktur Internet stattfinden.
Aber WAS genau davon kann man im Rahmen der institutionellen Kontexte JETZT bzw. HEUTE einsetzen, und WIE?
Dein Vorschlag der Doppelstrategie hat mir gefallen. Best of both worlds sozusagen. Vermutlich heisst das aber auch gleich Doppelarbeit!
Warum die Anstrengung? Ja das ist ‘ne gute Frage. Ich würde sie gerne umformulieren: Warum die Anstrengung von “Top-Down” von den Lehrenden für die Lernenden? Vielleicht sollte diese Anstrengung den Lernenden übergeben werden.
Wenn mich heute ein Student anschreiben würde, er hätte ein Weblog, in dem er Fragen seines Studiums behandelt und dokumentiert, würde ich das nicht ignorieren. Aber wieso sollte ich jemandem der dazu gar keine Lust hat die Technik vorstellen? Die Frage ist berechtigt.
Die wilden Apps zusammenfügen… hmm. Vieleicht ist das auch bloss das seit Jahren gewohnte Bedürfnis nach Ordnung und Zentralität. Vielleicht müssen wir uns eher kulturell an eine neue Dezentralitöt und vermeintliche “Unordnung” gewöhnen?
Was mir gerade noch begegnet ist: Die Präsentation von Graham Attwell auf der EduMedia Open for learning?
Auch nochmal ‘ne Anregung für Diskussion, was denn so alles E-Learning 2.0 sein soll…
[...] I just found out about a very interesting networking event which took place last Thursday via a skype conference. More information can be found on the organizer’s website. The documentation on the event is very comprehensive and can be found here or here. [...]