Lessons Learned (KW22)
Was bedeutet “Lernen” oder “Learning” im Jahre 2007? Diese Frage liess mich einfach nicht mehr los … Hier nun der Stand meiner diesbezüglichen Überlegungen.
Ich wünsche viel Spass
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Die Musik stammt von Noraj Cue vom netlabel www.mixotic.net und führt den Titel My Life, Mixed…. Sie ist per Creative Commons lizensiert.
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Tags: bildung | didaktik | kmd | lernen | pädagogik | Video

Hallo ACWagner. Vielen herzlichen Dank für die so transparenten LL. Nicht nur Mandy Schiefner haben sie zum Nachdenken gebracht, sondern auch mich.
Und meine Gedanken sind “irgendwie” zweigespalten. Ja sage ich zu dem Gedankenstrang, dass sich bei der Reflexion der bisherigen Content-Orientierung (ich sage nur “Instruktions-Design-Paradigma”) auch eine Diskurs-Orientierung gesellt. Holzkamp – mir erschlossen durch Faulstich – postuliert sehr einleuchtend den sog. Lehr-Lern-Kurzschluss, der hier vorausgesetzt wird.
Doch irgendwie kann ich mir die Überflüssigkeit der Lehrperson nicht ganz vorstellen. Eher scheinen mir Wechsel in der Rolle dienlich. Und – vielleicht ist das ein radikaler Ansatz: “Der Lehrer ist ein Lerner ist ein Lehrer … – und umgekehrt” geht davon aus, dass alle Akteure des Geschehens in beiden Rollen agieren könnten. Aber dies würde eher eine Haltungsänderung implizieren, als auf eine Überflüssigkeit schließen lassen.
Krass fand ich jedoch den Schluss eines pädagogisch professionellen Handelnden rein auf seine didaktische Funktion des Vermittlers von Content. Ist der Pädagoge nicht etwas mehr? Steht er nur für sein Fach(wissen?) und dessen Vermittlung? Stellt er nicht auch noch weiteres zur Verfügung? Sorgt er nicht z.B. für Zielsetzungen, Strukturen und den sinnbringenden Rahmen des Contents?
Soweit einfach kurz meine Gedanken hierzu, bevor ein kleiner Thunderstorm alle so mühsam erdachten Zeilen zu Nichte macht.
Bis denne
Andreas Auwärter
hallo andreas auwärter,
besten dank für den kommentar. schwierig darauf zu antworten – ich versuche es mal so:
einschränkung a)
meine session reflektiert den stand meiner DERZEITIGEN überlegungen, um mich selbst zu orientieren, in welche richtung ich weiter forschen möchte (sozusagen experimentiere ich hier mit einem persönlichen lerntagebuch und lasse andere daran partizipieren).
einschränkung b)
ich maße mir hier nicht an, irgendwelche unumstößlichen zukunftsszenarien zu entwerfen. sie resultieren vielmehr aus dem versuch, etwas zurückzutreten und aus einiger distanz auf das edukative gemälde zu schauen.
ausgangspunkt 1 meiner überlegungen:
warum herrscht im deutschsprachigen mainstreamingen (e)learning-diskurs eine (fast ausschließliche) formale sichtweise vor, wo wir doch alle wissen, dass 80% aller persönlichen lernerfolge auf informelle lernprozesse zurückzuführen sind?
ausgangspunkt 2 meiner überlegungen:
warum schaffen wir es nicht im deutschsprachigen raum, den soziokulturellen einfluss von web 2.0 zu diskutieren (vgl. aktuell george siemens)? vielmehr herrscht hier eine technologische unterwürfigkeit vor, die diese in den bildungspolitischen alltag zu integrieren sich bemüht OHNE deren gesamtgesellschaftlichen potenziale zu diskutieren.
folgerung I meiner session:
ich frage mich tatsächlich, ob ein rollenkonzept noch sinnstiftend ist in zeiten kollaborativer, personalisierbarer, diskursiver lernökologien.
folgerung II meiner session:
selbstverständlich sollten sich auch pädagog/innen weiterhin in die interdisziplinäre DISKUSSION mit einbringen, wie wir aktuelle und zukünftige generationen optimal ausBILDEN (im sinne des gesamtgesellschaftlichen fortschritts, den jede/r sicherlich anderes definiert) – aber als ein gleichberechtiger baustein neben anderen wichtigen disziplinen (technologie, design, psychologie, sozialwissenschaften, human-computer-interaction et.al.).
folgerung III meiner session:
irgendwie herrscht im hiesigen betrieb eine monologisierung vor (im stile von “ich weiss was und du sollst es auch wissen”) statt wirklich in den dialog (à la “vielleicht bringt uns diese überlegung weiter – was haltet ihr davon?”) einzutreten. und dagegen sollten wir uns verwahren, finde ich! denn leider nutzen viele altgediente pädagog/innen (sorry, leute, nicht persönlich nehmen, dies ist eher eine respektvolle, soziologische kategorie, die leider auch auf viele junge menschen zutrifft) nicht die soziokulturellen möglichkeiten der 2.0-praxis – WEIL sie es halt nicht leben. und dies ist nunmal ein grundlegendes problem!
soweit meine heutige “antwort” …
gruss, acw
Hallo ACWagner. Ich gebe gerne in vielen Punkten recht. Danke erst einmal für den Artikel. Es ist mit recht ein Apell, das Geprächs und Diskursniveau von dem technisch verfügbaren hin zu Veränderungen und ihren Implikationen zu sprechen.
Mir erschließen sich dann auch gleich Fragen/Hpothesen, ach nennen wir es Impulse aus dem angesprochenen interkulturellen Aspekt: Fehlt vielleicht im deutschsprachigen Raum so etwas wie eine Diskurskultur als Lernkultur?! Oder käme ich mit Ingo Frost gleich, zu betonen, es fehlt auch an Akzeptanz oder Anerkennung? Wird Bloggen/Podcasten/WIKIs betreiben denn anerkannt oder vielleicht eher geduldet? Ich bin mir hier unsicher in eindeutigen Antworten.
Vielleicht karikiere im Folgenden etwas, wenn ich sage, dass es eventuell aber auch an der Übermittlung des Neuen sehr hapert. Würde sich jemand forschend einer “Rezeptionsanalyse von neuen Technologien am Beispiel von Web2.0 im Spiegel von Zeitschriften, Medienberichten und “anderen” Quellen …” umsehen – ich glaube er/sie käme zu einem ähnlichen Schluss: Den emmergenten Vorteil dieser Technologien wird nur schwer transportiert. Woran liegt das? Ich kann hier nur vermuten. Das Spektrum in der öffentlichen Wahrnehmung liegt doch vom Seelenstriptease bis hin zur Zeitverschwendung oder vielleicht doch eher der Transportation eines Hypes vom Hörensagen?! Liegt das am Zeitdruck der Berichtenden? Vielleicht.
Doch weg von der öffentlichen Wahrnehmung hin zu dem diskursiven Appell: Sinn aus subjektwissenschaftlicher Perspektive – macht es erst nach Überwindung von ersten Hemmschwellen – doch danach ist es ein Mehrwert, den man/frau vermutlich nicht mehr missen möchte. Und genau diesen Mehrwert auf den Punkt zu bringen, erscheint mir eine große Herausforderung. Insbesondere eine soziokulturelle Praxis in diesem Forschungsgebiet unterliegt einer solchen Dynamik …. …. dass manche wahrscheinlich eher abwartend argumentieren.
Eine kleine Anmerkung zu den drei Einschränkungen:
Ich persönlich schätze den Ansatz in der Praxis des Bloggens / Screencastens denken zu dürfen als sehr hoch ein. Mein denken könnte andere inspirieren, so wie ich mich gerne auch von anderen inspirieren lasse. Den informativen Zugewinn (= Sinn) wird durch den Zeitaufwand mehr als belohnt. Zum Glück bin ich jedoch in einer Umgebung, wo sich (vielleicht liegt es an der Kleinheit der Uni) viele Menschen anstecken lassen. Das soll jetzt nicht neidisch machen. Aber im netz ist man ja auch nicht alleine
Doch allein die von mir prognostozierten Potentiale lassen (= mein erlebter Mehrwert +- das, was technisch und theoretisch noch möglich wäre) zu Artikulieren lässt sich m. E. nur in einer Politik der kleinen Schritte umsetzen. Sonst falle ich in Situationen Menschen gegen ihre eigentliche Haltung Technologien zu predigen.
Von daher wieder zurück, wie irgendwo im netz schon einmal entfaltet: Aus didaktischer Perspektive bleibt es dem pädagogischen Akteur nur den Tisch zu decken, das Mahl schmackhaft zu gestalten, für eine Perfekte Rahmenumgebung und da notwendige Ambiente zu sorgen, bei viel Mühe kann man noch Voratzen und Vorkosten hinzufügen, doch essen – das muss der andere Handlungspartner schon selbst.
Soweit für Heute und danke für die schnelle Rückantwort.
[...] ein wenig Anlass: Über education&media kam ich auf die gelernten Lektionen von AC Wagner, die auch in mir Gedankenspiele auslösten und nach kritischer Auseinandersetzung (im [...]