Keine Bildung für alle

Zwei Reports konstatieren den aktuellen Stand der globalen Bildung:

Zum einen hat die Bildungsinternationale (Education International, BI) auf ihrer Website das internationale Barometer für Menschen- und Gewerkschaftsrechte aktualisiert (bis 2005).

Erstellt wurde er von Sheena Hanley, einer angesehenen Lehrerin und Gewerkschafterin, ehemalige Vorsitzende der Canadian Teachers’ Federation und stellvertretende Generalsekretärin der BI.
(…)
Hanley und die BI hoffen, dass das Barometer eine wertvolle Informationsquelle für all diejenigen sein wird, die sich für Bildung engagieren. „Seit Jahrzehnten hören wir die Versprechen der reichen Länder, aber außer einigen wenigen wie den Niederlanden und Norwegen, haben sie sie einfach nicht eingehalten“, sagte sie. „Jetzt ist es an der Zeit, dass die internationale Gemeinschaft ihr Verprechen einer guten ‚Grundbildung für alle’ erneuert.”

Mehr als 200 Jahre nach der offiziellen Abschaffung des Sklavenhandels, 100 Jahre nachdem Frauen das Wahlrecht erlangt haben und 60 Jahre nach der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, werden Millionen von Kindern und Erwachsenen weltweit immer noch fundamentale Rechte in Bildung und gesellschaftlichen Leben vorenthalten”, mahnt die BI, die derzeit ihren 5. Weltkongress in Berlin abhält.

via heise online

Zum anderen stellt die Globale Bildungskampagne den OECD-Ländern ein schlechtes Zeugnis aus. So müssten sie ab sofort jährlich 16 Milliarden US-Dollar aufbringen, um dieses Milleniumsziel bis 2015 noch zu erreichen. Hintergrund und Gradmesser ist dabei das Millenniumsziel „Bildung für alle bis 2015″, das neben der freien Grundschulbildung für alle Kinder auch die Alphabetisierung, Gleichberechtigung und die Vorschulbildung einschließt.

The Six EFA goals set for 2015:

  • Expand early childhood care and education.
  • Ensure all children, especially girls, complete free and compulsory, good quality primary
  • education.
  • Ensure equal access to learning and life-skills training for young people and adults.
  • Achieve a 50% improvement in adult literacy rates.
  • Achieve gender equity in primary and secondary education.
  • Improve the quality of education – especially in literacy, numeracy and life-skills.

Die Lasten zur Schließung der Finanzierungslücke für das Millennium-Entwicklungsziel „Bildung für alle” sollten entsprechend der Leistungskraft (Bruttonationaleinkommen) der Länder fair aufgeteilt werden. Deutschland gibt jedoch nur 39% dieses „Fair Share”; eigentlich müsste es 472 Millionen US-Dollar mehr an Entwicklungshilfe für Grundbildung leisten.

Entsprechend schlecht fällt das Zeugnis für Frau Merkel aus:
Globale Bildungskampagne
Grafik per Klick vergrößerbar

Beurteilung:
Angela hat sich gut in die Klasse eingefunden und schnell den Respekt ihrer Klassenkameradinnen und –kameraden gewonnen. Als diesjährige G8–Klassensprecherin wird von ihr erwartet, dass sie eine Vorbildrolle einnimmt. Ihre anfänglichen Resultate waren vielversprechend, sie muss sich jedoch bemühen, das von ihr selbst gesetzte Ziel zu erreichen: bis 2010 0,51% des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen (und 0,7% bis 2015). Insbesondere muss sich Angela im Bereich der Förderung von Grundschulbildung verbessern. Die Note 5 im Fach „Bereitstellung eines angemessenen Anteils der benötigten Mittel für allgemeinen Grundschulzugang” ist gerade angesichts ihrer Rolle als Sprecherin der „Fast-Track-Initiative – Bildung für alle” mehr als blamabel.

Die schlechte Bewertung der Kanzlerin ist neben den quantitativen Kriterien zurückzuführen auf die völlig unzureichende Unterstützung der “Education for All – Fast-Track Initiative” – ein im Jahr 2002 etabliertes Beschleunigungsverfahren zur Finanzierung weltweiter Grundbildung für alle. Nur 41 Prozent der deutschen Entwicklungshilfe für Bildung kommen den ärmsten Ländern der Welt zugute und nur 10 Prozent solchen Ländern, in denen Mädchen besonders stark benachteiligt sind. Nach Angaben der OECD sind 22 Prozent der deutschen Hilfsleistungen für Bildung zudem an deutsche Lieferungen gebunden und nicht frei im Bildungsetat der Empfängerländer einsetzbar. Darüber hinaus verwendet Deutschland unverhältnismäßig viel Geld – rund die Hälfte der Entwicklungshilfe, die für Grundbildung vorgesehen ist – für kostspielige Gutachter- und Beratertätigkeiten.

via Deine Stimme gegen Armut Blog

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Eine Antwort to “Keine Bildung für alle”

  1. Online High Schools…

    I couldn’t understand some parts of this article, but it sounds interesting…

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