Web2Expo Berlin, Day 2 + 3

Also gut: eine kleine Ergänzung zu den allgemeinen, süffisanten Klagen zur Konferenz …

Wenn man sich das Wetter während der letzten Tage so anschaute, weiss man, warum es in Deutschland nie eine nennenswerte Revolution gab. Es ist einfach ungemütlich und schlägt einem auf’s Gemüt.

November Rain

Wen wundert’s da, dass das Web2Expo-Auditorium gestern für Amsterdam oder Barcelona stimmte als Austragungsort der nächsten Web 2 Expo?! Zugegeben: Berlin konnte sich während dieser Konferenz so gar nicht als innovativer technologischer Vorreiter im Herzen Europas etablieren. Aber lohnt sich die Anreise in zukünftige Konferenzorte? Wie in den kühlschranknotizen, im Basic Thinking Blog, bei Indiskretion Ehrensache, bei Ringfahndung und bei Berlinblase zu lesen ist: wohl eher nicht. Die Konferenz-Atmosphäre war alles andere als thrilling – von Euphorie keine Spur – nicht zuletzt das Mittagsbuffet verschlug einem all-täglich die Sprache:

Mittagsbuffet

Aber eines muss man dieser O-Reilly-Konferenz lassen: Die digitale Vernetzung und Dokumentation ist vorbildlich und lässt auch Raum für Kritik zu. Da könnte sich manche bundesdeutsche Institution ein kleines Scheibchen abschneiden ….

Genug des Vorgeplänkels – konzentrieren wir uns auf das Inhaltliche – auch Mittwoch und Donnerstag gab es einige gute Sessions:

  • Mobile to Web and Back: Designing for People (not devices) von Ferreira Kwame, Mekwa:
    # absehbar: keine Differnzierung zwischen Social Networks und klassischen Telefondiensten = dasselbe User Interface
    # Communication evolution: Calling Places -> Calling Numbers -> Calling Names -> Connecting People
    # User Interface als Service
    # Search centric = new navigation paradigm für Mobile Devices
  • The Impact of Mobile Web 2.0 on the Telecoms Industry von Ajit Joakar, futuretext
    # Web companies are driving the mobilephone industry.
    # Google-Ankündigung einer “new mobile experience”
    # absehbar: no distinction between mobile and web
    # Telekommunikations-Industrie: vom Distributor zum Aggregator
    # Möglichkeit des Zusatzdienstes für Telekommunikations-Anbieter: Capturing intelligence at the point of inspiration + Geo-Tagging = Context + Content => Share
  • Designing Tag Navigation von James Kalbach
  • Conversational Design von Pedro Custódio, SAPO
    # vom user-centered design zum community-centered
    # Communities of purpose = common short term goals
    # better communities = better usability
    # conversational design patterns for social networks:
    a) Quick Registration
    b) Login
    c) Welcome Area
    d) Virtual me (User gallery, Buddy lists, Contacts/Friends)
    e) Group Support
    f) Awareness (neighborhood)
    g) Communication
  • Breaking Down the Barriers: Design for Accessbility von Jan Eric Hellbusch und Martin Stehle
    # Interaktionsgeräte als mögliches Hindernis für Accessibility
    #Major problems in Web 2.0:
    1. Keyboard navigation
    2. Compatibility (von z.B. Pull-Down-Menüs)
    3. Map-Design (z.B. Alt-Texte für Images ?)
    4. User needs (Textorientation, Contrast & colors, Resizeability, Linearisation, Device-independence and dynamic content, Understandibility, structured contents)
    # Überlegungen zu Accessibility in gesamten Designprozess einbinden
    # die meisten Screenreader können Javascript lesen
    # die nächste Browser-Generation löst die meisten, javascript-basierten Accessibility-Probleme von heute
    # neue Institution: European Integration Center -> gibt Social-Plus-Zertfikat aus für accessible Websites
    # BAFIN-Test als neuer Test mit disabled Persons (Kostenpunkte bisheriger Tests: BIK-Test: 1.000 Euro, BTN-Test: 4.000 Euro, Barrierefreie Website: 24.000 Euro)
    # 30% der Bevölkerung ist disabled oder disadvantaged
    # nur 20% der Websites öffentlicher Institutionen sind barrierefrei
    # 30% der Bevölkerung bevorzugt Hören vor Lesen
  • Immersive Experiences: Intersections Between Web 2.0 and Games von Sampo Karjalainen, Sulake
    # Entwickler von Habbo
    # Erfolgsfaktoren von Spielen:
    1. Punkte/Nummern/Highscore
    2. Achievement (als digitale Medaillen)
    3. Collecting
    4. Learning (im Flow channel zwischen Skills and challenges)
    5. Virtual Economy
    # Erfolgsfaktoren für Open Play
    1. Something to play with
    2. Intuitive Interaction
    3. Mood for Play
    4. Foster user-created goals
    5. Anticipate and Adapt
    Bonus: Shared Social Setting

So, viel Input in den letzten 3 Tagen. Nachdem ich mir also mein letztes Lunchbag geschnappt hatte, ging ich nach Hause.

Lunchbag

Auf die interessanten Keynotes über die Zukunft des Firefox-Browsers und Tapcott’s Enterprise 2.0 verzichte ich heute – da empfehle ich die Ansicht dieser Firefox-Präsentation bzw. meine Ausführungen zu Tapscott’s Wikinomics.

Das war’s von der Web2Expo Berlin.
Mein Fazit: viel gelernt in den letzten 3 Tagen :-)

Thanx a lot.

Ich schaue jetzt noch beim World Usability Day vorbei.

Bye, bye.

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