Moodle, Ning oder Facebook?
Gestern abend trudelte der Newsletter von Elliott Masie ein mit der Ankündigung, ein Social Networking Experiment für “Learning Professionals” zu starten. Beta-Tester für die LearningTown wurden gesucht und ich mich natürlich angemeldet.
In einem Ning-Netzwerk gelandet – mit laaaangem Fragebogen, der als Eintrittsbillett u.a. Auskunft über meine Learning-Erfahrung, Learning Tools und Expertise einforderte. Gut, alles absolviert – nur eine Frage liess mich länger nachdenken: “HELP! I need help/support with”. Hm, welche Hilfe erhoffe ich mir von diesem Netzwerk? Schließlich notierte ich Motivationsfaktoren, die Menschen dazu ermuntern, in kollaborativen Umgebungen sich aktiv einzubringen. Fein, stolz bat ich um Einlaß – bekam ihn auch und fand mich als LearningTown-Bewohnerin Nr. 341 wieder – 1 Stunde nach Maileingang … Wow, dachte ich, welche Dynamik!
Ein kurzer Blick in die Gruppen zeigte mir: Dort geschieht noch nicht so viel. Derzeit noch alle am lurken
OK, no problem, abonniere ich die Aktivitäten als RSS. Huch, kein Feed vorhanden?! Sollte es sich hier um einen Walled Garden handeln? Ich glaube schon. Trotz längerer Suche bis heute keinen abonnierbaren Feed gefunden
Ich muss sagen: wir haben in unserem Game based eVideo-Projekt ja auch mit einem Ning-Network experimentiert. So richtig glücklich machte es mich nicht. Um die Vorteile von RSS geniessen zu können, muss man das Angebot öffentlich fahren – Öffentlichkeit ist aber gerade für Konvertiten von 1.0 zu 2.0 die No-Go-Area. Also passiert kaum etwas, was per RSS im Reader eintrudeln könnte. Und geschlossene Ning-Gruppen muss man regelmäßig besuchen, um sich dort über den aktuellen Stand zu informieren. Also sehr 1.0-like und mir wirklich zu umständlich.
Von daher gehe ich derzeit dazu über, das nächste Semester komplett in Facebook zu verbringen – und damit Moodle + Ning zu ersetzen. Gruppen für die verschiedenen Lernkontexte werden eingerichtet, mit Links und einigen Inhalten bestückt – und den Taktstock schwinge ich per Twitter. Dann schauen wir mal, ob dies besser funktioniert – und ob solch ein gruppen-übergreifendes Netzwerk nicht mehr Motivation generiert, das eigene ePortfolio zu pflegen …
Ich werde berichten!
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Tags: eVideo | learning20 | lms | netzwerke

Ich finds ehrlich etwas bedenkenswürdig wenn man nun komplett Lehrinhalte auf eine Fremde Platform wie Facebook verlagert. Zum einen zwingt man seine Schüler dort einzutreten und den “netten” AGBs zuzustimmen zum anderen weiß man ja nie was mit seinen eigenen Daten passiert, die Platform ist immerhin in Händen von Leuten die damit Geld verdienen wollen.
P.S. Ich wünsche mit Subscribe-to-Comments für dieses Blog
hallo falko,
letztlich wollen wir ja alle geld verdienen mit unseren aktivitäten
aber ernsthaft: ich sprach nicht von einer generellen verlagerung sämtlicher studieninhalte und persönlichkeitsrechte in eine kommerzielle plattform hinein. aber für meine spezifischen zielgruppen im kommenden sommersemester 2008, die allesamt die kurse buchten, um web 2.0 in unterschiedlichen kontexten zu diskutieren, muss ich einen auch für mich usablen weg finden, auf vielschichtige kommunikationsebenen zu agieren.
soweit ich die edukativen diskussionen im englischsprachigen raum verfolgte, haben einzelne lehrende durchaus positive resonanzen mit facebook erzielt. insofern teste ich es gerne – selbstverständlich mit dem hinweis an alle beteiligten, “never ever” sein gesamtes charakterprofil in einer plattform breitzutreten. ein selbstverantwortlicher umgang mit seinen persönlichen daten muss im 21. jhdt. jeder mensch lernen. das erfordert eine moderne alphabetisierung – und einen modernen datenschutz, der nicht die rechte einzelner zurückfährt, sondern stattdessen darauf achtet, die virtuellen identitäten zu sichern. man könnte ja auch politisch den standpunkt vertreten, die aufbewahrung und nutzung persönlicher daten konsequent zu verbieten …
gruss, anja
übrigens: die kommentare kann man hier oben rechts als rss-feed abonnieren
Ich habe ja wie Falko auch Probleme damit, die Inhalte eine Firma zu geben, die völlig ausser meiner Kontrolle ist. Auf das RZ kann ich wenigstens eindreschen, wenn was nicht funzt
Die AGBs sind haarsträubend, und der Öffentlichkeit macht mich schon angst und bange. Habe eine Gruppe für mein Isländisch-Kurs letzten Sommer eingerichtet, ich werde immer noch an die Machenschaften meiner Mitstudentinnen beteiligt, die mir teilweise peinlich berühren.
Wenn es nicht für Scrabulous wäre, wäre ich aus Facebook wieder weg (war schon mal drin und bald wieder raus). Aber mit Twitter finde ich es interessant. Bin auf Deine Erfahrungen gespannt!
Ich bleibe bei Moodle
Wenn zwei Jungs sich treffen und jeder hat einen Apfel, und sie tauschen die Äpfel, dann hat danach jeder einen Apfel.
Wenn zwe Männer sich treffen und jeder hat eine neue Idee und sie taushen diese aus, dann hinterher jeder zwei neue Ideen (Platon)
Wer das monetär ausdrücken will, muss eine neue Ökonomie erfinden, die klassische Betriebswirtschaft jedenfalls kommt damit nicht zurecht.
(Es geht um den Unterschied des Austausches materieller und immaterieller Produkte.)
gruß terence
Nun mit den Dinge aus dem englischsprachigem raum sollte man durchaus kritisch umgehen.
Die Amerikaner, die ich kennen gelernt habe, die Studenten ohne besonderen Web Drang (Sprich WEB2.0 träge) gewesen sind, zeigten sich in Bezug auf die Risiken in Bezug auf das Web und das ausbreiten der eigenen Identität darin, eher naiv. So ähnlich wie sie sich in Sachen MIt- und Umwelt verhalten so tun sie das auch auch mit ihren Daten.
Don’t think! Consume!
Wie gesagt nur ein persönlicher Ausschnitt. Zuletzt war das jemand von der Redland University California, der International Business studiert und dachte: Deutschland wäre eine technisches Entwicklungsland. Ihm wurde anscheinend der Vorsprung Amerikas kritiklos vorgegaukelt. Für ihn war es ein echter Kulturschock!
Und dass obwohl seine Eltern noch in Griechenland geboren worden sind!
Auch verständlich, dass man mit seinem Tun Geld verdienen möchte. Passt aber irgendwie nicht zum Thema WEB2.0! Wer Geld verdienen will, ist auf knappe Ressourcen angewiesen. Aber genau dass ist ja das Ziel: alle Ressourcen für alle, damit alle wieder etwas für alle erstellen können. Geld zerstört diese Freiheit! Ein echtes Dilemma!
Wenn Platon seinen Apfel nicht ist, wird er verfaulen. Isst er ihn, hat der andere nichts mehr davon. Es sei denn, der Apfel gibt ihm Kraft einen Apfelbaum zu pflanzen (Bart Haar)
Gerade bei diesem Film
http://de.sevenload.com/videos/nJE9sqq-Web-2-0-Der-Film
wunder es mich nicht, dass die Amerikaner so naiv drauf sind.
Bei allen tollen Möglichkeiten, die da propagiert werden, stell ich mir die Frage: ist jedem klar, das 2.0 auch zwei Seiten der medalie gibt, dass nicht nur Nutzer, sondern auch ‘Missbraucher’ gibt?
Manchmal komme ich mir vor wie beim manhatten project. Die Leute machen erstmal, was möglich ist und überlgen sich dann die Kosnequenzen.
O’Reilly findet es toll, wenn die Telefon-Gesellschaften die von mir gewählten Telefonnummern, die Telefonnummern, die mich angerufen haben, für etwas anderes nutzen als mich mit ihnen zu verbinden – und die dann so schnell wie möglich vergessen.
Auch die Vorstellung, dass ich eine Software brauche um einen Einkaufszettel zu erstellen, anstatt es mir so zu merken oder einen Bleitift zu nehmen und das aufzuschreiben lässt mich irgendwie erschaudern.
Auch der gednake die virtuelle Realität per Brille in die Dreidimensionalität des Lebens holen zu wollen erscheint mir zwar witzig aber genau so erschreckend.
Neulich mal wieder einer Kneipe gewesen, das saßen sich Leute gegenüber ohne sich anzusehen. Weil sie um sich herum eine Wand von Laptops aufgebaut haben. MATRIX RELOADED! Mal sehen überrascht die sein würden, wenn ihnen jemand den Stecker herausziehen würde.
Viel zu selten spielt jemand des Teufels Advokat!
Was passiert wenn die ‘bösen’ dieses Mittel nutzen? Ist der Frosch dann schon gekocht?
grundsätzlich sehe ich auch viel potenzial in der datenkommunikation. natürlich kritisch (wie übrigens die gesamte barcamp-gemeinde) und selbstverständlich müssen entsprechende politische vorkehrungen getroffen werden. menschenrecht auf datensicherheit o.ä.
aber man kann natürlich auch die gesamte entwicklung ignorieren – und wird dann mit den zwangsläufigen ergebnissen leben müssen.
oder sich hinein begeben, versuchen zu verstehen, wie die prozesse laufen – und mitgestalten.
den letzteren weg halte ich persönlich für den konstruktiveren …
Ning als Lernplattform würde ich auch nicht nehmen (höchstens als Zusatz, wenn z.B. copyrightgeschütztes Bildmaterial der Seminargruppe zugänglich gemacht werden soll, ohne den Moodle-Kurs abzusperren).
Es spricht aber auch einiges dagegen, Facebook zu verwenden – immerhin ist das für viele Studierende eine Peergroup-Plattform, und da sollte man sich institutionsmäßig vielleicht nicht so hineindrängen. Ich habe zu dem Thema heute folgenden Post gefunden: http://technagogy.learningfield.org/2007/11/19/are-you-building-a-creepy-treehouse/
- hat mir zu denken gegeben.
guter hinweis auf die peergroup-plattform.
diesbezüglich sinnierte ich auch, als mich einige studis fragten, warum ich nicht studivz nutze, da sie dort eh schon registriert seien. tatsächlich scheinen noch nicht viele deutsche studis in facebook aktiv zu sein. auch will mir diese plattform eher als zielgruppenübergreifendes e-portfolio-angebot geeignet zu sein. bin gespannt, wie die langfristige aktivierung sich entwickelt.
im weiterbildungsbereich ermöglicht facebook oftmals, einen ersten kontakt zum “neuen” social-networking zu erlangen – und insgesamt verläuft die kommunikation komplexer und vielfältig dynamischer. so zumindest mein erster eindruck. gleichwohl wünschen sich viele den geschützten raum eines walled-garden-lms. aber dort könnten wir nur über learning 2.0 sprechen, nicht es praktisch erfahren.
btw: die verschiedenen kommunikationskanäle sind auch von meienr seite schwierig zu bedienen. aber I’ll try my very best
Mitmachen ist in jedem Fall die bessere Alternative!
Wenn man sich die Risiken im Hinterkopf behält, wird dass auch weit weniger ‘folgenreich’ sein.
Schließlich ist es ja nicht ‘umsonst’ in totalitären Regimes so, dass man die Angst schürt und die ‘freie’ Kommunikation einschränkt!
Ich denke übrigens gerade an die naiven ‘Duck and Cover’ Videos, die um Beispiel die Konsequenzen eines Atomkrieges extrem verharmlost haben.