Thesenpark Nr.1: Digitale Identitäten
Einführende Worte
Vor dem Hintergrund diverser Lehrveranstaltungen unter Nutzung von Web 2.0-Technologien und sozio-kultureller Praktiken, repräsentiert Game based eVideo mein erstes berufsbegleitendes Weiterbildungskonzept im 2.0-Kontext. Während sämtliche Anforderungen im formalen Hochschulumfeld benotet werden müssen, um (extrinsische) Motivation zu forcieren, basiert das konzeptionelle GBE-Selbstverständnis auf der intrinsischen Motivation einer freiwilligen Weiterbildung. Und diese ist bekanntlich schwer herauszukitzeln …
Zwar winke ich immer mit den glorreichen Errungenschaften einer selbstbewußten Arbeitsorganisation, die sich in kluger Selbstverantwortung ihren individuellen Weg bahnt. Diese Vorstellung fasziniert wohl auch einige Menschen, gleichwohl kämpfen sie mit den Niederungen ihrer sozio-kulturellen Genese. Von daher habe ich versucht, einige Kernkompetenzen zu identifizieren, die gegeben sein müssen, um so etwas wie Learning 2.0 wirklich praktizieren zu können.
Ich möchte in den nächsten Tagen 10 Thesen präsentieren, wie sie sich zum jetzigen Zeitpunkt mir darstellen und die für weitere Learning 2.0-Settings eventuell interessant sein könnten. Sicherlich könnte man jede These weit ausholend umschreiben, aber dazu fehlt mir aktuell die Zeit. Ich hoffe, meine Überlegungen sind auch so grob nachvollziehbar.
These 1: Umdenken des klassischen Identitätsbegriffes mit geistigem Eigentum erforderlich
Identität ist das zentrale Momentum, um das die individuellen Schwierigkeiten bei der persönlichen Nutzung von Web 2.0 kreisen. Die größte Hürde stellt dabei die Überwindung der privaten Schallmauer dar. Aufgrund des einstmals vollzogenen Strukturwandels der Öffentlichkeit leben wir ein spezifisches Verständnis von Privatheit, das sich eindeutig von dem beruflichen oder öffentlichen Handeln unterscheidet. Insofern wir im kartesianischen Denken das geistige Eigentum als zentrale Instanz unserer persönlichen Kreativität begreifen, will das kollaborative 2.0-Credo “Create – Co-create – Re-create” als Unrechtmäßigkeit erscheinen, obwohl das persönliche Urheberrecht unverkäuflich ist. Aber genau mit diesem geschlossenen individuellen statt sich fortentwickelnden kollektiven Identitätsbegriff schützen die 1.0-sozialisierten Personen ihre Ideen gegenüber anderen, die diese Idee “klauen” – will heissen: die Reputation für sich beanspruchen – möchten. Der Mehrwert einer
kollaborativen Teilhabe wird zunächst nicht erkannt. Vielmehr belächelt man altruistische Kollektivisten.
Hier geht’s zur Sammlung aller 10 Thesen.
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Tags: eVideo | identität | learning20 | thesenpark
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