Thesenpark Nr. 3: Strukturwandel der Öffentlichkeit
3. Neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit erforderlich
In diesem Zusammenhang muss auch die generelle Scheu vor öffentlicher Selbstreflexion eingeordnet werden. Sämtliche ePortfolio-Ansätze basieren auf der Vorstellung, die Entwicklungsdynamik der Person aufzuzeigen. Generelles Argumentationsmuster gegen die Anlage eines öffentlich zugänglichen, persönlichen ePortfolios ist das fortwährende Gedächtnis des Netzes. Zwar ist es richtig, dem einzelnen Selbstbestimmungsrecht des Nutzers es zu überlassen, welche persönlichen Informationen im Netz verfügbar gehalten werden (gleichzeitig entsprechende e-Alphabetisierung vorzunehmen, um Heranwachsende vor den Weiten des Netzes zu warnen). Warum aber das Gros der Menschen ein regelrechtes Unverständnis gegenüber der 2.0-Motivation mitbringen, kann nur darauf zurückzuführen sein, dass sie den Mehrweit des Social Webs einfach noch nicht selbst erfahren haben. Nur der kontinuierliche aktive Austausch mit anderen, mitunter völlig fremden Personen bringt einen intellektuell weiter. Wer dieses Potenzial des neuen Webs nie erlebt hat – nicht als Zuschauerin, sondern als Akteurin-, der wird die kommunikative Tiefe des Netzes nicht begreifen können.
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