Der industrielle Bildungskomplex

Also gut, um die Bedeutung des militärisch-industriellen Komplexes wissen wir nun alle. In den USA spricht man in letzter Zeit zunehmend vom chemisch-industriellen Komplex, der das Gesundheitswesen im Würgegriff hält. Und heute lese ich erstmals vom “industrial education complex” – wie treffend pointiert von Clark Aldrich.

In seinem Blogbeitrag zu Serious Games vs. the Industrial Education Complex zeigt er die Krux unseres aktuellen Bildungssystems auf, das optimiert ist für lineare, passive Contentverabreichung.

Der industrielle Bildungskomplex unterstützt bereits mit seinen klassischen Autorenwerkzeugen (Word, Powerpoint o.ä.) die Produktion singulären Contents, der dann in Veröffentlichungsroutinen über Fachmagazine und Bücher in die Buchläden oder Bibliotheken gelangt und somit von Studierenden konsumiert werden kann. Ihr Knowhow dokumentieren die Studis wiederum primär in Schriftform und mit einem abschließenden Test wird das Zertfikat als Stempel zum erfolgreichen Content-Lernen verabreicht.

Dieser Prozess ist ein jahrhundertelang bewährter und optimierter Bildungsprozess, der sich sehr schwer tut, neue Entwicklungen in den Ablauf zu integrieren. Insofern also dieser Komplex nicht hinterfragt und dekonstruiert wird, kann sich der Bildungsprozess nicht modernisieren. So Aldrich’s knappe, aber treffende Schlußfolgerung.

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