Der E-Learning-Raum des FC Bayern

Nein, eigentlich interessiere ich mich nicht sonderlich für Fußball-Nachrichten. Aufhorchen liess mich aber die neue Arbeitsumgebung beim FC Bayern, die im Zuge des neuen Jürgen-Klinsmann-Change-Management-Prozesses entstanden ist und die Spieler in vielfältiger Hinsicht fordern soll. So findet sich neben Spielekonsolen, jeder Menge Wellness-Bereiche, TV-Studio und einem vorlesungsähnlichen Auditorium auch ein so genannter E-Learning-Raum in der Clubzentrale. Hier sollen ausländische Spieler ihrem Sprachunterricht nachgehen oder auch sonstige Computerarbeit möglich sein.

Wenn ich mir die gesamte Focus-Fotostrecke der neuen Räumlichkeiten anschaue, ist dies eigentlich der drögeste Ort, wo man am wenigsten Zeit verbringen mag:

Ich frage mich, warum ausgerechnet dieser Ort so schwer nach Arbeit ausschaut, während alles andere mit einem gehörigen Wohlfühlcharakter ausgestattet ist?! Symbolisiert nicht gerade dieses Bild, wie altbacken der derzeitige E-Learning-Mainstream noch gefahren wird: WBT rein in den DVD-Schlitz – schon startet ein wunderbar abwechslungsreiches, schön animiertes und mit lustigen Multiple-Choice-Fragen versehenes Selbstlernprogramm. Warum wird Lernen mit Arbeit gleichgesetzt? Warum stehen im Jahre 2008 keine mobilen Lernumgebungen zur Verfügung, die auch loungig absolviert werden können? Muss man steif sitzen, um “lernen” zu können?

Also, ich denke: Während alle anderen Fotos eine wunderbare Atmosphäre verbreiten und etwas Neid aufkommen lassen angesichts der eigenen Rahmenbedingungen, könnte in diesem Lernbereich sicherlich noch die ein-oder-andere Innovation Einzug halten ;-)

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acw

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4 Antworten to “Der E-Learning-Raum des FC Bayern”

  1. Wohin man auch blickt beim FC Bayern: Buddhas allerorten!
    Köpfe oder Statuen stehen auf Tischen oder Holzschuppen und sollen die Fußballspieler positiv beeinflussen. Wenn man das oben stehende Bild betrachtet, kann durchaus die Frage aufkommen, wieso diese Wesen gerade in den Lernräumen fehlen? Schließlich sind Buddhas Erleuchtete und ein wenig Erleuchtung sollte beim Lernen auch nicht schaden. Vielleicht befürchtet Herrr Klinsmann aber, dass die teils lasziv daliegenden Buddhas die Gedanken zu sehr abschweifen lassen. Tja, man kann nur raten und voll Spannung abwarten was aus dem FC Bayern wird, wenn er wie Buddha aus der Nacht des Irrtums zum Lichte der Erkenntnis erwacht. Vielleicht geht es dann beim Lernen endlich etwas moderner zu!

  2. Du hast ja sooooo recht! Nicht mal eine Pflanze hier. Ich hätte gedacht, so eine Liegestuhl Computertisch (so Typ einer von diesen: http://www.mikesquarter.com/the-ultimate-top-10-computer-chairs-32/) wäre angebracht. Das Kleingeld hätten sie ja. Ob wir vielleicht einen E-Learning-Berater-Vertrag kriegen können?

  3. Coole Sessel – wenn auch einige recht martialisch ausschauen ;-)
    Allerdings würde ich ja sagen: für die Grundlagen des Sprachenlernens bedarf es keines Computerbildschirms im klassischen Stile, sondern da reicht ein schickes iPhone o.ä.. Damit kann man sich frei durch die verschiedenen Wellness-Zonen bewegen, zwischendurch ein Videospiel in deutscher Sprache spielen und ein Gespräch mit einem echten Tutoren oder deutschsprachigen Kollegen führen – fertig ist das Lernsetting. Inwiefern es eines expliziten Büros bedarf – vielleicht ein Silencium-Raum für Lektüre oder Reflektion, aber doch kein Arbeitsraum! Im Nachklang überlegte ich: ich finde eigentlich alle anderen Räume sind gute E-Learning-Räume, nur ausgerechnet dieser genau nicht ….

  4. [...] Der E-Learning-Raum des FC Bayern | eduFutureBlog Welcher Raum im Trainingsgelände des FC Bayern München am wenigsten gemütlich eingerichtet ist, zeigt Anja C. Wagner. [...]

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