Obamania in Berlin
Wer einen Blick in meinen Blog wirft, wird mein (leicht) politisches Interesse am aktuellen Geschehen unschwer erkennen. Keine parteipolitisch gebundene Anteilnahme, sondern vielmehr eine aufmerksam kritische Verbundenheit mit den wichtigen Themen unserer Zeit. Und irgendwie zählt dieser us-amerikanische Wahlkampf für mich dazu (ich reflektierte bereits hier und hier u.a. zu diesem Thema …)
Nunmehr schwimmt man ja im gängigen Mainstream, wenn man die Tage runterzählt, an denen uns Herr Busch aus T. (= Texas, damit niemand nachfragen muss) endlich wieder in Frieden lässt. Und man ist auch keinE AußenseiterIn in Deutschland, wenn man Herrn Obama als zukünftigen Präsidenten sich wünscht. Immerhin 80% aller Deutschen sprechen sich für den Demokraten aus (wobei ich bezweifeln möchte, dass mit 100% wirklich die gesamte wahlberechtigte Bevölkerung gemeint ist … anyway …). Und auch ich werde heute abend natürlich in Richtung Siegessäule schreiten, um mir den Herrn einmal anzuschauen. Natürlich? Warum eigentlich natürlich, fragte ich mich die Tage?
Leider habe ich bis heute keine eindeutige Antwort aus meinem inneren Diskurs vernommen. Wäre ich auch zu Hillary gegangen, wenn sie als designierte Präsidentschaftskandidatin hier in Berlin aufgetreten wäre? Ich glaube kaum – OBWOHL ich zugeben muss: ich drückte ihr bis zum Schluss die Daumen, da ich die emanzipatorische Kraft ihrer Wahl für weltpolitisch bedeutender als die Wahl des ersten dunkelhäutigen US-Präsidenten erachtet hatte. Aber ich wäre wahrscheinlich dennoch nicht zu ihrer Rede gegangen. Genau genommen würde ich zu KEINER anderen politischen Werbeveranstaltung gehen. Selbst beim Dalai Lama war ich nicht – warum auch, fragte ich mich – auch wenn ich ihn recht interessant finde (wieder Mainstream – nun denn).
Also: warum Obama? Ist es, weil ich diesem Event eine historische Einzigartigkeit beimesse, die ihresgleichen sucht (in Berlin)? Ist es, weil ich ihn als einen etwas älteren Bruder mit großem rhetorischen Geschick (ich hätte gerne nur 5% seiner Rednerbegabung … wie ungerecht diese Befähigungen verteilt sind …) wahrnehmen kann? Oder ist es, weil man der Welt zeigen will: Schaut her, the next generation klopft an die Tür – zieht Euch warm an, wir werden die Welt verändern – denn wir werden jeden Stein umdrehen?
Wahrscheinlich findet sich die Antwort irgendwo in dieser Gemengelage. Wo auch immer. Auf jeden Fall MUSS ich hin – vielleicht finde ich dort die Antwort – ganz merkwürdig. Und ich werde ein Foto der Siegessäule schiessen – mal sehen, wie weit entfernt ich stehen werde. Stay tuned!
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Tags: politik
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