In Concert with Madonna

Berichte ja eher ungern von privaten Events in diesem Kontext, aber das gestrige Madonna-Happening muss ich ein wenig Revue passieren lassen.
Madonna in Concert

  1. Zugegeben: ich besuchte noch nie solch ein Großkonzert – viel zu mainstreamig für meinen Geschmack, aber Madonna im Olympiastadion? Ich dachte, wenn schon, dann mal wirklich zur Queen of Pop. Und ich muss sagen: Es hat sich gelohnt! Ein wahnsinniges 2-stündiges Technik- und Multimedia-Feuerwerk brach über die Zuschauer/innen herein, höchst beeindruckend – v.a. an visuellen Effekten. Im eLearning-Jargon würden wir vielleicht sagen: ein Blended Concert – wobei: mit einem Live-Konzert hat diese Veranstaltung kaum etwas gemein. Die Musik kommt weitestgehend aus der Dose, aber die Choreographien, Laser und dazugeschnittenen Videos auf mobilen wie flexibel gestaltbaren Bildschirmleinwänden sind einfach atemberaubend. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus – auch als halbwegs technologisch informierter Mensch. Bewegte Bilder auf einem transparenten Zylinder, in dem Madonna sich auf einem Klavierflügel windet – wie funktioniert das technisch?

    Und dann natürlich noch die Person Madonna: 2 Stunden hüpft und springt sie umher – ich würde bereits nach 5 Minuten in den Seilen hängen, nicht so diese durchtrainierte 50jährige:

  2. Zudem unterstützt Madonna viele extrem interessante, schräge und gute Musiker/innen – so auch im Falle der Auswahl ihrer Vorgruppe, wenn auch die Akustik etwas litt: Robyn kannte ich bislang nicht, aber eine super Entdeckung für mich – gleich heute bei iTunes eine Platte gekauft. Hier eine Aufnahme vom letzten Jahr …
  3. Knapp 100 Euro kostete der zweitgünstigste Sitzplatz (in meinem Alter sitzt man ja mal gerne …) – und wie sitzt man dann? Ich so …
    Platz mit Sichtbehinderung
    Nun ja, man kann sich ja vor und zurück beugen etc. ….
  4. Zum zweiten Mal in diesem Jahr verblüfft ob der extrem unsozialen, egoistischen Anfang-20jährigen. Sowohl hier als auch bei einem anderen Event stellten sich diese Personen einfach aufrecht vor die sitzenden Menschen – voller Ignoranz, welche Kettenwirkung dies provoziert – und sie anderen ihr Sozialverhalten aufzwingen. Klingt spießig? So spießig wie diese Personen kann ich gar nicht werden … mache mir aber tatsächlich Sorgen, wie man die notwendige Sozialkompetenz dieser Generation nahebringen soll (ok, ok, ich werde nicht alle über denselben Kamm scheren….).
  5. Anyway: insgesamt betrachtet hat sich die Investition gelohnt – beste Unterhaltung, die ihren Preis wert ist und die Erkenntnis: man muss nicht unbedingt bei allen Events einene interaktiven Part mitdenken – auch delivery kann Spaß machen :-) Allerdings: Der nächste Step ist die Integration von user generated Aktivitäten – und da hoffe ich auf Madonna’s Innovationspotenzial – vielleicht bei der nächsten Tour?! Wen es interessiert: hier noch einige Bilder vom Abend – leider mit der Handykamera aufgenommen und insofern sehr pixelig.
  6. Ach, da fällt mir noch ein: Während eines Liedes greift Madonna in den US-amerikanischen Wahlkampf ein und stellt den bösen Menschen (Hitler, Mugabe, Kim Yong-nam, McCain!) die guten Menschen (Gandhi, Tutu, King, Obama!) gegenüber. Nun, ob diese Zuspitzung so gelungen ist, soll an dieser Stelle nicht beurteilt werden – aber auch Bill Gates wird einer der beiden Gruppen zugeordnet. Na, raten Sie mal welcher?!
    Lösung: Der guten … was dachten Sie denn? ;-)

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