Initiative für eine menschengerechte Bildung

An dieser Stelle möchte ich kurz von meiner gerade beendeten Lektüre berichten:

Das Buch hört auf den Namen Jeffersons Erben: Wie die digitalen Medien die Politik verändern. Geschrieben hat es Tobias Moorstedt, der während des Vorwahlkampfes 3 Monate die USA bereiste und mit vielen digitalen Akteuren v.a. aus dem Obama-Social Media-Umfeld -z.B. my.barackobama.com- sprach. Daraus resultiert ein wirklich gut lesbares, hochspannendes Taschenbuch, in dem die Geschehnisse bis zum Sommer 2008 zusammengefasst und der Wahlerfolg Obama’s vorweggenommen wird.

Wie die neuen digitalen Medien das Selbstverständnis und die Politikfelder beeinflussen, zeigt Moorstedt z.B. entlang der offenen, demokratischen, interaktiven Amateur-Journalist/innen auf, die das “utopische Potential der Web-Kultur” fortführen: “ein Bürger, der sich selbst die Informationen besorgt, die der Cyber-Citoyen für die Erfüllung seiner Bürgerpflichten, für das Denken und Debattieren benötigt.” Diese nachweisbaren Aktivitäten mit einer ungeheuerlichen partizipativen Durchschlagskraft stellen sich nicht gegen traditionelle Medienstrukturen – sie wachsen einfach nebenher, füttern individuelle Ansprüche der Beteiligung an politischen Prozessen und stellen eine hohe Meßlatte an die kommende US-Regierungspolitik. Wie wird es Barack Obama gelingen, diese basisdemokratische Verantwortung in seine aktive Politik zu integrieren? Man darf gespannt sein – und vielleicht zeigt dieser Weg auch Potenziale auf, wie sich die Bildungssphäre weiterentwickeln könnte.

Was kann Bildung(spolitik) aus diesen Überlegungen lernen? Wie können Menschen partizipieren – an ihren selbst bestimmten Bildungsprozessen und politischen Rahmenbedingungen?

Zunächst einmal bedarf es bestimmter Kompetenzen, um als Cyber-Citoyen aktiv werden zu können:

  • Neben einer fundierten digitalen Alphabetisierung wird eine strukturelle Aufwertung kollaborativer Prozesse und begleitender Kommunikationsfähigkeit benötigt. Damit ist nicht nur die technische Bereitstellung gemeint, sondern die Fähigkeit und eine offene Partizipationskultur auf allen Seiten, die solch eine Kultur fordert und fördert.
  • Hierarchien verflachen sich zwangsläufig in dieser Entwicklungsstufe – können wirklich alle Akteure damit umgehen? 
  • Welcher zusätzlichen Voraussetzungen bedarf es, damit sich Bürger/innen ihre Informationen selbst organisieren können?

Um diese und ähnliche bildungspolitische Fragen basisdemokratisch diskutieren zu können, habe ich mir die – (u.a.) von Moorstedt angeführte (und mir bislang unbekannte) Facebook-Applikation – Facebook Causes (dt. etwa die gute Sache) angeschaut und einen Cause gestartet:

Initiative für eine menschengerechte Bildung

Angesichts der kommenden Bundestagswahl ist es auffallend, welchen Stellenwert die Bildungspolitik darin spielt. Aber hat hier irgendwer das Gefühl, die Erfahrungen, Wünsche und Kreativität der Bevölkerung seien an dieser Stelle gefragt? Ich denke, es wird höchste Zeit, die Politik wieder auf die Füße zu stellen und GEMEINSAM zu überlegen, in welche Richtung wir uns aus dieser Krise bewegen möchten.

Überlassen wir es nicht den selbst ernannten Meinungsführenden – sie sind offensichtlich überfordert!

Lassen Sie uns diskutieren, wie wir uns weiterentwickeln möchten!

Sie sind herzlich eingeladen zur Initiative für eine menschengerechte Bildung – es kostet nichts.

Denn wir sind das Volk ;-)

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Eine Antwort to “Initiative für eine menschengerechte Bildung”

  1. [...] Zeitschriften zu verbringen habe ich vorgesorgt und mir neue Literatur auf Geheiß Anja C. Wagners und Martin Ebners [...]

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