Vernetztes Lernen
Ich bin mir nicht sicher, ob die Flut an Publikationen rund um Networked Learning auf den (abgeschlossenen) Connectivism-Kurs zurückzuführen ist – es spricht aber einiges dafür.
Netzwerke, so die These von George Siemens, verbinden auf 3 verschiedenen Ebenen unterschiedliche Knoten miteinander: Auf neuraler, begrifflicher und sozialer Ebene gilt es, sich dauerhaft und kontinuierlich, vielfältig und reflexiv zu verbinden mit anderen Personen, Inhalten, Gedanken usw.. Das Lernen, als individueller Prozess, wird hier verstanden als (um es in Anlehnung an Walter Benjamin’s These zur Modeentwicklung zu sagen) das Neue und Immerwiedergleiche.
Als Individuum besteht nunmehr die Herausforderung, einen Fluß durch diese Verbindungen zu finden – auch um den flexiblen Anforderungen der globalisierten Welt persönlich etwas entgegen setzen zu können. Das Problem ist nur, dass die geforderten Personal Learning Environments inkompatibel sind zum bestehenden Bildungssystem. Curricula und standardisierte Lehrmethoden können nicht einmal mehr ansatzweise Schritt halten mit der Entwicklungsdynamik der entfesselten Produktions-, Informations- und Kommunikationskanäle. Die Frage ist also: Wie ändert man das zugrundeliegende Bildungssystem? Vielleicht, wie Graham Attwell argumentiert, einfach, indem man informelles und soziales Lernen praktiziert?!
Mark Pesce führt 4 Axiome auf, wie Lehrende einen Beitrag leisten sollten, an denen sich aber aus meiner Sicht auch nicht-lehrende Einsteiger/innen orientieren könnten:
- Capture Everything (Erfasse alles) – Zeichne alle Deine Äußerungen auf – sei es ein Vortrag, ein gedanklicher Abschnitt, eine grundlegende Idee oder auch jedwede andere kreative Leistung.
- Share Everything (Teile alles) – Dieser Gedankengang entspricht Weinberger’s These, die Lösung für den Information Overload seien mehr Informationen (siehe hier meine weiteren Ausführungen zum Informationsüberfluss oder Martin Lindner’s Vortrag zum digitalen Klimawandel)
- Open Everything (Öffne alles) – Schluss mit geschlossenen LMS-Systemen und ein umfassender Start in Richtung offene Systeme (siehe hier einen ähnlichen Beitrag), um damit die geschlossenen (Lehr-)Räume zu den Netzwerken zu öffnen.
- Only Connect (Einfach verbinden) – Je mehr Verbindungen man zulässt und nutzt, desto reichhaltiger wird der Erfahrungsschatz, auf den man zugreifen kann.
(via Harald Jarche)
Alles soweit bekannt, aber will mir derzeit als neues intellektuelles Basislager der Forscher/innen moderner Lernpraktiken erscheinen. Und so könnte dann das alltägliche Lernen der vernetzten Lernenden ausschauen:
[tags]ple, netzwerke, open[/tags]
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Tags: netzwerke | open | ple

Grossartiger Beitrag, chapeau für diese Pflichtlektüre!
danke
schön und es freut mich doppelt dass wir seinerzeit unsere Abteilung “Vernetztes Lernen” benannt haben
sehr klug
was mir am besten gefällt an diesem begriff ist diese wechselseitige dialektik zwischen technologie, sozialem und individuellem
Echt cooles Video! Richtig klug!