Zugang zu Open Educational Resources

Cooler Beitrag von Stephen Downes zur globalen Bildungspolitik im Rahmen der UNESCO Open Educational Resources (OER) Diskussion.

Seine Prioritätenliste bildungspolitischer Forderungen:

  1. Bevor wir über OER sprechen, müssen einige grundlegende Bedürfnisse der Menschen gesichert sein – u.a. bedarf es des Zugangs zur Elektrizität als einer Voraussetzung.
  2. Die Diskussion um OER lässt sich erst seit der digitalen Revolution führen – alle Versuche, den Fokus auf nicht-digitale Prozesse zu lenken, sind nicht förderlich, da zu kostspielig.
  3. Der breite Zugang zu niedrigpreisigen Computern stellt die nächste Stufe dar (OLPC als Beispiel). Proprietären Handyangeboten steht Downes kritisch gegenüber (allerdings weiss ich nicht, ob dies im Zeitalter des G1 noch so gilt …).
  4. Ist der Zugang zu Computern gegeben, steht nicht der Zugriff auf Content, sondern die Sicherstellung von Konnektivität, von möglichen Verbindungen, im Mittelpunkt des Interesses.
  5. Wenn möglich, sollten die Computer in Clustern verteilt werden, um lokale Netzwerke zu unterstützen, so dass einzelne Netzwerkknoten als Ansprechpartner für ganze Netzwerklandschaften genutzt und so ggf. die fehlenden Internetzugänge überbrückt werden können.
  6. Die Produktion von OER sollte auf dem gemeinsamen Teilen und nicht auf dem Schenkungs- oder Verkaufsprinzip aufbauen. Insofern sollten zusätzliche finanzielle Ressourcen nicht primär an die großen Institutionen fliessen, da diese der Gelder am wenigsten bedürfen und lediglich einen einseitigen Kanal zur Distribution ihres Contents bereitstellen.
  7. Erforderlich sind beispielhafte Modelle der Wissensproduktion, in denen OER-Programme nicht für passive Rezipienten, sondern für aktive Wissensentwicklungen auf regionaler bzw. individueller Basis entwickelt werden. Erst wenn die Menschen beginnen, ihr eigenes Wissen aufzubauen und auszutauschen, werden sie den Wert und die Einsichten anderer begreifen lernen. Hier sollten Trainingsmaßnahmen ansetzen.

Ja, gar nicht so schlecht, dieser Forderungskatalog – und vielleicht auch für unsere bildungspolitische Ausrichtung in Deutschland brauchbar. Ich werde die Summary in die Diskussion der Initiative für eine menschengerechte Bildung einbringen. Da sich dort langsam eine wachsende Gruppe an bildungspolitisch interessierten Personen zusammenfindet, wird es Zeit, zu versuchen, die Diskussion in Schwung zu bringen.

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