Lebendige Community

Nachreichen möchte ich eine kurze Skizze einer kleinen Auftragsarbeit, die ich vor einigen Wochen gemeinsam mit Duscha Rosen vom FrauenComputerZentrumBerlin (FCZB) für eine dritte Bildungsinstitution übernommen habe.

Angefragt von einem kleineren Projekt, das im internationalen Rahmen einen thematischen Zusammenhalt aufzubauen versucht, ging es darum, deren gescheiterte Moodle-Diskussion zwecks Etablierung eines tragfähigen virtuellen Netzwerkes zu evaluieren und Empfehlungen auszusprechen, wie man vielleicht in kommenden Projekten geschickter vorgehen könne.

Ohne hier im Detail auf die Ergebnisse eingehen zu können, möchte ich aber vermerken, dass Ergebnis unserer Usability-Analyse nach heuristischen Kriterien einige Schwierigkeiten von Moodle in internationalen Kontexten offenbarte. Neben der unsäglichen Login-Seite von Moodle, die jedeN Nicht-InformatikerIn abschreckt ob ihrer unübersichtlichen Fülle an Informationen (und erst recht, wenn man die Sprache nicht versteht!), zeigte sich, dass es für Kursgestalter/innen und Nutzer/innen doch einiger Anstrengungen bedarf, sich in die Logik der Programmer’s Art einzudenken. Viele Navigationsoptionen, die seitens der Systemführung vorgesehen sind, verwirren Personen mit durchschnittlichem Menschenverstand so sehr, dass sie mitunter in die Sackgasse führen. Wer auf Hilfestellung hofft, hat verloren. Und von zwischenzeitlich gut durchdachten Usability-Nutzerführungen à la Web 2.0 ist dieses System meilenweit entfernt. Mit anderen Worten: die Nutzung macht so gar keinen Spass! (Man bedenke: Moodle ist mein Lieblings-LMS – nur, wer braucht heute noch ein LMS …)

Angesichts der Vielzahl an systemspezifischen Mängelerscheinungen lag es nahe, den Community of Practice (CoP)-Ansatz von Etienne Wenger etwas systematischer zu erfassen und aufzuzeigen, wie ggf. ein lebendiges Online-Netzwerk entstehen könnte und wo man ansetzen müsste, um solch eine internationale, kollektive Initiative zu starten. Zentraler Dreh- und Angelpunkt stellen dabei die 7 Prinzipien dar, die bei der Gestaltung einer CoP zu beachten sind:

  1. Design for evolution.
  2. Open a dialogue between inside and outside perspectives.
  3. Invite different levels of participation.
  4. Develop both public and private community spaces.
  5. Focus on value.
  6. Combine familiarity and excitement.
  7. Create a rhythm for the community.

Diese Punkte spiegelten wir auf das Projekt, so dass wir zum Schluss einige hilfreiche Empfehlungen aussprechen konnten.

Meine persönlichen Lessons Learned aus dieser Analyse werden geneigte Leser/innen wenig überraschen: Aber Moodle ist kein geeignetes Instrument für die intrinsisch motivierte Online-Diskussion und schon gar nicht für den Aufbau einer lebendigen Community geeignet. Soviel steht auf jeden Fall mal fest!

[tags]usability, lms, community, kommunikation[/tags]

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3 Antworten to “Lebendige Community”

  1. Lebendige Community | eduFutureBlog http://tinyurl.com/c4perq

  2. Interessanter Blogpost über Moodle: http://tinyurl.com/c4perq #badusability?

  3. Anonyme Kommentare können leider nicht akzeptiert werden. Mit realen Personen tausche ich mich gerne aus!

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