Online-Lehre der schnellen Art

Wie gesagt: Nach einem langen Semester bin auch ich endlich in den Semesterferien gelandet.

Letzte Woche noch über 4 Tage ein dichtes Online-Blockseminar mit einigen Studis der Internationalen Medieninformatik verbracht – Thema war Arbeitsprozessorganisation. Inhalltich nutzten wir unsere aller kollektive Intelligenz, um die individuelle Arbeitsweise für die anstehende Bachelorarbeit zu optimieren.

Und da noch so viele Teilnehmer/innen im Auslandspraktikum weilten, habe ich das ganze Programm komplett online durchgezogen. In einem Setting, dass sich aus meiner Sicht wirklich bewährte und zum derzeitigen Stand der technologischen Entwicklungen zu meinem Favoriten herangereift ist:

Tag 1

  1. Erste Orientierung in unserem eVideo-Wiki: Mit Fahrplan, Organisationsweise, geforderten Leistungsnachweisen und Arbeitsschritten (in der Zwischenzeit überschrieben von den Ergebnissen)
  2. Initial-Livesession im Virtual Classroom (Adobe Connect): Kontaktaufnahme und Sammlung bzw. Absprache der zu bearbeitenden Themen im Etherpad – dort: Zuordnung einzelner Personen zu einzelnen Themen
  3. Aufforderung, sich für das Wiki und diigo anzumelden und der Arbeitsgruppe dort beizutreten
  4. Formulierung persönlicher Lernziele im Forum der diigo-Arbeitsgruppe

Tag 2

  1. Sammlung von Materialien in diigo: Vor allem ich torpedierte alle mit Links und versuchte über Kommentierungen der Links eine Filterfunktion zu ermöglichen
  2. Aufarbeitung des persönlichen Themas im Wiki mit dem Ziel, in Stichworten den anderen Kurs-Teilnehmer/innen einen Überblick zum Thema zu geben – mit selektierten Linkhinweisen

Tag 3

  1. Check der Themen, die den eigenen Lernzielen am nächsten kommen und Hinweise geben auf eventuell erforderliche Ergänzungen
  2. Korrektur der eigenen Wiki-Seite

Tag 4

  • Erstellen einer eigenen Prezi.com-Präsentation als Reflexion der vergangenen Tage (auch um zu schauen, wie flexibel sich dieses gehypte Tool nutzen liesse) – hier beispielhaft die charmanteste Beschreibung.

Fazit

Wenn ich mir die überwiegend positiven Reaktionen der Studierenden zu diesem Setting in den öffentlich zugänglichen Präsentationen anschaue, so kam diese Form der flexiblen Vorgehensweise bei allen Beteiligten gut an: Jetzt steht uns einerseits eine gute inhaltliche Grundlage zur Verfügung, die ich mit dem nächsten Kurs zu optimieren versuche, so dass die nächsten Bachelor-Kandidat/innen einen guten Fundus vorfinden, um sich für ihre Arbeit vorzubereiten. Und auf der anderen Seite sind die beteiligten Personen recht selbstverständlich im Web 2.0 gelandet. Sie haben die Kraft kollaborativen Arbeitens am eigenen Körper erfahren – ohne sie pädagogisch erst dorthin führen zu müssen. Es war der Sprung ins kalte Wasser – und natürlich schwammen sie, weil sie selbst einen Mehrwert erfuhren. Sie konnten an dem Ort ihrer Wahl sitzen und die Arbeit dann erledigen, wann es ihnen zeitlich am besten in den Kram passte. Und wer jetzt denkt, na, dann arbeiten sie doch nur auf Sparflamme. Irrtum! Manche Wiki-Seiten sind exorbitant gut ausgefallen für diese kurze Arbeitszeit. Da jedeR in der Gesamt-Verantwortung stand, schien mir die Motivation doch stärker ausgeprägt als in Szenarien, in denen man selbst nicht recht weiss, wofür das Ganze denn nun mal gut sein soll …

Insofern bleibt mir nur ein Kompliment: Well done, Ihr Studis!

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